Skip to content

USA Hacks - Marcel Neuhausler

Sections
Personal tools
 

USA-2006-12-02 Show 65 USA-2006-12-02 Show 65

Document Actions
Submitted by Marcel Neuhausler. on 2006-12-02 23:41.

Schneesturm in Oklahoma City ueberlebt und das sind die Themen zur heutigen Sendung:

  • Musik: "Cowboy Boots and Levis" von Kelly Brock [Site] [PodShow]

18:41

Posted by faraway at 2006-12-03 13:15

Nach 18:41 minuten ist der Podcast bereits fertig... Hab ihn auf iTunes runtergeladen. Wo liegt der Fehler? bei mir oder bei iTunes?

Faraway

Kyoto

Posted by faraway at 2006-12-03 19:19

Hui, das war jetzt ganz dünnes Eis... Energieeffizienz Schweizer Ölheizungen ist 90% (Wärme der Abgase wird ebenfalls noch Rückgewonnen - bei den neuen Systemen). Gasheizungen sind aber trotzdem noch besser, weil noch sauberer in der Verbrennung. Aber die Hausisolation ist viel wichtiger... nicht gerade eine Stärke der Amihäuser...

Email von Dani

Posted by neuhaus at 2006-12-09 19:52

Hallo Marcel

Ich habe eben gesehen, dass über die Letzte Show eine rege Diskussion im Gange ist (erstaunt mich eigentlich nicht) und da ich mich schon oft mit Energiefragen auseinandergesetzt habe möchte ich einmal etwas konstruktives beitragen . Nebenbei, ich musste mich schon oft bei Diskussionen für die USA einsetzen bei Energiefragen geht dies leider nicht. Natürlich hast du recht wenn du sagst, dass meist über den Geldbeutel entschieden wird, in der Schweiz wird dem allerdings oft etwas nachgeholfen. Mit Subventionen, Steuerabgaben und Gesetztesauflagen (diese werden indirekt auch von allen Stimmberechtigten gemacht) werden Grundlagen für eine nachhaltige Energiepolitik geschaffen. Die Schweiz hat in diesem Punkt ganz klar die Nase vorne, doch wie lange hält dieser Vorsprung? Bekanntlich geht es in der Schweiz lange bis sich etwas ändert, wenn die Notwendigkeit zum CO2 Sparen wirklich einmal unausweichlich ist wird die USA im schnelltempo- nachlegen, so meine Überzeugung.

Zuerst mal eine Klarstellung, die Gasheizung ist auch in der Schweiz die günstigste Art des Heizens. Mit geringen Investitionskosten, denn eine Gasheizung ist verglichen mit anderen Heizsystemen sehr einfach, geringem Platzbedarf und tiefen Betriebskosten wäre die Gasheizung in den Meisten Fällen die ökonomisch attraktivste Lösung. Das Problem ist jedoch die Gasversorgung, die in der Schweiz nur in ein paar Städten und grösseren Ortschaften vorhanden ist. Eine Lösung wäre ein Gastank, dieser ist jedoch ziemlich sperrig (Kosten) und viele Leute haben dabei unberechtigte Ängste.

hier kannst du die Kosten für eine Heizung deines Hauses, wenn es denn in der Schweiz stehen würde berechnen.

Die Gasheizung ist in der Tat verglichen mit einer Ölheizung relativ umweltfreundlich die Vorteile der Gasheizung werden jedoch von der Gaslobby etwas zu euphorisch und übertrieben (z.T falsche Vergleiche) dargestellt. In der Schweiz sind vor allem die NOX (Stickstoffoxide tragen zusammen mit den VOCs und Sonnenstrahlung zur Ozonbildung bei, das Problem entsteht jedoch nur im Sommer) und die Feinstaub Emissionen kritisch (Schwefeloxidkonzentration ist weit unter dem Grenzwert). Bei den CO2 Emissionen ergibt sich ein klarer Vorteil für die Gasheizung 25%.

Grosse CO2 Einsparungen können auch durch das Ersetzten einer alten Heizung durch eine moderne entstehen. In der Schweiz wird dies oft durch die strengen Abgasvorschrifften erzwungen.

Noch besser schneiden Wärmepumpen ab, die in der Schweiz bei Neubauten einen Marktanteil von 60% haben. Dabei wird jedoch bei der Produktion von Strom auch CO2 freigesetzt, doch selbst bei der Annahme, dass die gesamte Strommenge mit Kohlekraft produziert wird schneiden WP besser ab als Gas und Ölheizung.

Video, dass eigentlich alles zusammenfasst was ich hier schreibe

Wer wirklich etwas für die Umwelt tun will muss jedoch die Gebäudehülle entsprechend isolieren. Das Prinzip der Wärmedämmung ist dabei immer das selbe, entscheidend für die Wirkung ist einerseits die Stärke (Dicke) der Isolation und die Ausführung der Details. Mit Details meine ich das konsequente Vermeiden von Wärmebrücken, die Dichtigkeit der Gebäudehülle (wird bei Minergie oder "Nullenergiehäusern" geprüft) und das Verwenden von hochwertigen Fenstern (u<1kW/m2=gut u<0.7kW/m2 =sehr gut) und Türen. Diese Massnahmen sind für die Einhaltung der SIA Norm notwendig und bedeuten etwa 40%-50% weniger Energieverbrauch gegenüber Altbauten. Die meisten Neubauten unterschreiten die SIA Norm deutlich, weit verbreitet ist auch der Minergie (-20-30% bez. SIA) oder Minergie-P (-80% bez. SIA) "Nullenergie" (bedeutet jedoch nicht ganz 0 Energie) Standart. Vor allem Grossunternehmen und die Öffentliche Hand bauen aus Image und finanziellen Gründen ausschliesslich nach dem Minergiestandart.

Weitere passive Massnahmen um noch mehr Energie einzusparen sind: kontrollierte Lüftung (z.B Wärmetauscher, obligatorisch für Minergiehäuser) passive Nutzung der Sonnenenergie (grosse hochisolierte Fenster Richtung Süden oder transparente Wärmedämmungen, sehr wichtig bei Minergie-P) geringere Wohlfühltemperatur für hochisolierte Gebäude, da die Wände warm sind (Wärmestrahlung)

Nicht enthalten in den Zahlen sind mögliche Einsparungen in der Warmwasseraufbereitung oder der Haushaltsgeräte (Energieeffizienzklasse AA für Minergie-P).

Stichworte zur Schweizer Energiepolitik:

CO2 Gesetz Ziel: CO2 Ausstoss bis 2012 senken auf Stand 1990 (noch nicht erreicht) Freiwillige Massnahmen: kleinerer Treibstoffverbrauch von Motorfahrzeugen (nicht erreicht, da immer schwerere Autos) (übrigens: Wasserstoffautos sind reine Propaganda und bringen der Umwelt fast nichts) Förderung von Energieeffizienten Gebäuden (teilweise erreicht) Freiwilliger Klimarappen der Erdölindustrie (soll dereinst die CO2 Steuer verhindern) daraus werden CO2 Reduzierende Massnahmen im In und Ausland finanziert ...

Andere Massnahmen: Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene (teilweise erreicht, Neat bringt mehr Kapazität) Förderung des ÖV Energieabhängige Bonus Malus Steuer für Autos, Importsteuer, Verkehrssteuer (in Planung, wahrscheinliche Einführung) CO2 Steuer auf (In der Vernehmlassung, grosse politische Gegenwehr) Mit der CO2 Steuer sollte dann auch die bereits seit längerem existierende Europäische CO2 Börse attraktiver werden (Steuerbefreiung für energieeffiziente Unternehmen).

Noch etwas zum Elektrizitätsmarkt Schweiz. Die Schweiz könnte eigentlich ihren ganzen Energiebedarf mit 40% Atomkraft und 60% Wasserkraft decken. Zur Gewinnsteigerung der Energieunternehmen wird aber in der Nacht oder zu gewissen Jahreszeiten billiger, meist Atomstrom aus Frankreich importiert um damit die grossen Pumpspeicherkraftwerke zu füllen. Durch den Tag oder in Zeiten mit hohem Preisniveau produzieren dann diese Kraftwerke teureren Strom, der dann wiederum exportiert wir.

Fazit: Es ist nicht so dass die Schweiz keine Probleme in der Umweltthematik hat, im Gegenteil es muss noch einiges Gehen, doch immerhin wurden schon einige wenn auch kleine Schritte gemacht. Die Ziele der Schweiz bezüglich des Kyotoprotokolls sind noch nicht erreicht und es ist für mich fraglich ob sie je erreicht werden. Immerhin im Bereich Heizenergie hat man es geschafft ein 0 Wachstum zu erreichen während der Energiebedarf für den Verkehr immer noch zunimmt. Die neuen Diskussionen über das Kyotoprotokoll beziehen sich auf das Jahr 2012 (Kyoto II), bisher ist aus Deutschland bekannt, dass sie nicht weitere Einsparungen machen wollen und GB will hingegen noch etwas weiter als Kyoto I gehen. Wie die Schweiz dazu steht ist noch unbekannt.

Gruss Dani

 

Powered by Plone Powered by GoEast

This site conforms to the following standards: